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Serie Indie-Autoren

Virginia Fox: Der direkte Einfluss ist Gold wert

Wie ticken Indie-Autoren? In einer neuen Serie stellt Indie Publishing Selfpublisher und Verlagsautoren vor, mit sachlichen, aber auch sehr persönlichen Fragen – vom Marketing-Rezept bis zum peinlichsten Lieblingssong. Diesmal: Virginia Fox.

Ihr Weg zur Autorin

Als ich mit meiner Tochter schwanger war, gab es eine Zeit, E-Books kannte ich damals noch nicht, da hatte ich kein Geld für mein Minimum an drei Taschenbüchern pro Woche, nach denen mein innerer Lesedrache verlangte. Also beschloss ich, die freigewordene Zeit, die ich sonst in der Welt der Bücher verträumte, produktiv vor dem Computer zu verbringen und endlich mein eigenes Buch zu schreiben. So entstand der Roman „Die Drachenschwestern“, der erste Teil einer Trilogie.

Wann war Ihnen klar, dass Sie Autor werden wollen? 

Klar war mir das eigentlich von dem Moment an, wo ich lesen konnte. Allerdings musste ich mir mein ganzes Leben lang anhören, dass ich nie vom Schreiben würde leben können. Pragmatisch wie ich bin, habe ich also brav erst andere Dinge gelernt. Erst als die ersten News von erfolgreichen Selfpublishern aus Amerika zu uns gelangten, habe ich aufgehorcht und beschlossen: das kann ich auch.

Ihr bisheriger Bestseller? 

Mein bisheriger Bestseller ist nach wie vor mein Erstlingswerk „Die Drachenschwestern“, das sich mehrere Wochen lang in den Top 10 der Kindle-Bestsellerliste gehalten hat.

Nur Indie oder Hybrid? 

Diese Frage lässt sich nicht absolut beantworten. Ich denke, es hängt sehr von der individuellen Persönlichkeit des Autors ab. Ich habe beides ausprobiert und für mich persönlich herausgefunden, dass ich definitiv besser als Indie-Autorin funktioniere. Der direkte Einfluss, den ich auf meine Arbeit habe, ist für mich Gold wert. Ich kann auf alle Entwicklungen prompt reagieren und muss nicht auf die Entscheidungen anderer warten. Natürlich heißt das im Umkehrschluss auch, dass ich mich um alles selber kümmern muss – aber ich habe inzwischen ein tolles Team aus anderen Freiberuflern, mit denen ich eng zusammenarbeite.

Ihr Marketing-Schwerpunkt 

Das Internet mit all seinen Social Media-Möglichkeiten ist eine richtige Spielwiese, um mit meinen Lesern in Kontakt zu bleiben. Das Feedback meiner Leser und ihr Input ist für mich die größte Motivation um zu Schreiben. Lesungen habe ich bis jetzt gar nicht gemacht, aber wer weiß, was die Zukunft bringt.

Ihr wichtigstes Ritual beim Schreiben? 

Eine unlimitierte Menge Schokolade und eine Tasse heißer Tee müssen in Griffnähe bereitstehen. Zudem brauche ich vor und nach dem Schreiben ein wenig Zeit, um meinen eigenen Lesebedarf mit Buchstaben zu füttern. Zwischen zwei Terminen für 20 Minuten zu schreiben, geht höchstens kurz vor der Deadline.

In welchen Situationen bekommen Sie die besten Ideen für Ihre Bücher? 

Im Alltag, beim Einkaufen, in der Bar mit Freunden, auf dem Spaziergang mit dem Hund – überall dort, wo ich andere Menschen und Tiere beobachten kann und Zeit habe, meine Gedanken wandern zu lassen. Führt allerdings oft dazu, dass ich gedanklich abwesend und somit sozial nicht sehr kompatibel bin, wie Freunde mir oft augenzwinkernd erklären.

Ihr Lieblings-Genre?

Das ist etwa so, als müsste ich Eissorte zu meiner Lieblingseissorte bestimmen. Unmöglich. Ich mag starke Frauen, Familiengeschichten, Tiere jeglicher Art, magische Momente, einfach alles, was zum Leben gehört. Ob dabei Fantasy, eine Liebesgeschichte oder ein Krimi dabei herauskommt, ist mir nicht so wichtig.

Ihr No-go-Genre?

Psychothriller. Ich hätte bestimmt Alpträume. Aber wer weiß, vielleicht ändert sich das noch.

Welcher Autor inspiriert Sie am meisten? 

Ich habe ein ganzes Sammelsurium an Autorinnen aus dem englischsprachigen Raum. (Ich lese meist englische Bücher.) Geprägt wurde ich aber ganz klar von Astrid Lindgren, Enid Blyton und verschiedenen anderen Autoren meiner Jugend. Dort wurden die Weichen gestellt.

Was sind Ihre favorisierten ersten Sätze aus einem Roman? 

Auf diese Frage habe ich keine Antwort. Ein Buch ist für mich immer eine Einheit und nicht eine Aneinanderreihung von einzelnen Sätzen. Mir ist wichtig, wie ich mich beim Lesen fühle, ob mich die Geschichte fesselt und die Schicksale berühren. Sind diese Dinge gegeben, hat der Autor das Ziel erreicht.

Welches Buch-Geschenk haben Sie zuletzt gemacht?

The Circle von Dave Egger

Ihre Empfehlung zum Folgen auf Instagram?

@prideofgypsies, ahem… wie es in einem Video hieß, das ich letztens gesehen habe, natürlich nur wegen der guten Workout-Tipps ????

Ihr letzter Facebook-Post?

Meine Cattledog-Hündin Paige, mein Kater Mirò und ich auf dem Sofa am chillen.

Ihr peinlichster Lieblingssong?

„Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ von Bill Ramsey – oder ist das schon wieder Kult?

Ihr wichtigster Ratschlag für angehende Autoren?

Die Geschichte ist das Wichtigste und sollte eine Herzensangelegenheit von Euch sein. Trotzdem hilft es, eine Vorstellung zu haben, für wen ihr eigentlich schreibt. Wer sind Eure Leser? Wen wollt ihr erreichen? Sprich, nutzt einen Teil Eurer Kreativität auch für unternehmerische Überlegungen. Das ist es nämlich, was ihr als Selfpublisher seid: Unternehmer. 

Weitere Teile der Serie finden Sie hier.

15. März 2017


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