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US-Dienstleister gibt Tipps für Preise, Länge von Indie-E-Books

„Superfans sind Deine Evangelisten“

Der US-Selfpublishing-Dienstleister Smashwords hat erneut seine Verkaufsdaten ausgewertet. Ein Schwerpunkt der Analyse: Die Preissetzung von E-Books und die damit verbundenen Ziele.

Die Studie (Opens external link in new windowhier komplett zu lesen)  basiert laut Smashwords auf Daten zu E-Book-Verkäufen im Wert von über 25 Mio Dollar im Zeitraum April 2014 bis März 2015. Ausgewertet würden Verkäufe über die Kanäle Apple iBooks, Barnes & Noble, Kobo, Smashwords Store, Scribd, OverDrive, Amazon, Baker & Taylor Axis 360, Blio, Oyster, Flipkart und Inktera.

Die wichtigsten Erkenntnisse von Smashwords:

Vorbestellungen: E-Books, die von den Autoren vor der Fertigstellung (also vorbestellbar) angeboten wurden, haben für einen über drei Mal so hohen Umsatz gesorgt im Vergleich zu Titeln, die erst mit dem Tag des Uploads der E-Book-Datei angeboten wurden. Dennoch wird diese Vorbestell-Möglichkeit von den Smashwords-Autoren kaum (nur von 10%) genutzt.

Serien mit kostenlosem Auftakt: E-Book-Serien, deren erster Teil kostenlos angeboten wird, habe 66% mehr Umsatz eingebracht im Vergleich zu Serien ohne Gratis-Auftakt.

Kostenlose E-Books: Nachdem der Kostenlos-Effekt in den vergangenen Jahren abgemildert wurde, ist er zuletzt wieder stärker geworden: Gratis-Titel verzeichnen (untersucht wurde hier nur der iBooks-Kanal) im Schnitt  einen 41-fach höheren Absatz. Mark Coker vermutet, dass mehr und mehr Leser „kostenlos“ als primäres Kriterium bei der Auswahl von Büchern von ihnen unbekannten Autoren wählen. Die „Free“-Strategie sei ein guter Weg, um eine „loyale Leserschaft der Superfans“ zu erzielen, die am Ende auch für weitere Titel zahlen würden. „Superfans sind Deine Evangelisten. Sie vertrauen darauf, dass alles, was Du schreibst, supertoll ist.“

Bücherlänge: Längere Bücher würden wie in den vergangenen Jahren besser verkauft als kürzere, was allerdings am Aufkommen von Box-Sets mehrerer Autoren zu günstigen Preisen liegen könnte.

Pricing: 3,99 Dollar bleibe der optimale Preispunkt für Indie-Belletristik in regulärer Länge. Hier werde der höchste Absatz und Umsatz erzielt. Da die Verlage aber zunehmend ebenfalls in diese Preisregion vorstießen, werde der bisherige Wettbewerbsvorteil der Indies weiter schwinden. 99 Cent-Titel seien zwar gut, um eine größere Leserschaft aufzubauen – alerdings nicht so effektiv wie 2,99- und 3,99-Dollar-Titel. Von 1,99 Dollar rät Coker grundsätzlich ab, dies sei das „schwarze Loch“, weil der Umsatz der Autoren bei diesem Preispunkt weit hinter den Erwartungen zurückbleibe. Die Käufer würden Bücher zu diesem Preis offenbar meiden. Gründe? – Coker rätselt selbst.

Genres: Stärkste Genres in der Belletristik waren: 

  1. Romance
  2. Erotik
  3. All Age / Teen Fiction
  4. Fantasy
  5. Mystery & Detektiv-Geschichten
  6. Belletristik mit homosexuellen Inhalten
  7. Science fiction
  8. Historische Romane
  9. Thriller & Spannung
  10. Abenteuer

Bei den Sachbüchern am stärksten:

  1. Biografien
  2. Gesundheit, Medizin
  3. Wirtschaft, Ökonomie
  4. Weiterbildung
  5. Religion/Spiritualität
  6. Beziehungen, Familie
  7. Sport
  8. Bildung
  9. New Age
  10. Computer, Internet
04. Dezember 2015


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