powerded by www.buchreport.de
Markt

Bonnier weitet Type & Tell aus

Auch Bonnier sondiert Selfpublishing-Geschäft

Viele Verlagsgruppen wie Holtzbrinck haben eigene Selfpublishing-Angebote. Bonnier hat sich lange zurückgehalten. Doch inzwischen sondiert die skandinavische Verlagsgruppe intensiv das Geschäft. Nachdem die Schweden 2015 in der schwedischen Heimat den Dienst Type & Tell gestartet haben, folgte kürzlich ein erster Internationalisierungs-Schritt.


Zur Londoner Buchmesse weitete Bonnier den Dienst auf Großbritannien aus. Das Besondere: Die Autoren, die auf der Plattform ihre Titel einstellen, erhalten 100% der Tantiemen; Type & Tell verdient sein Geld durch Dienstleistungen, die der Autor rund um die Veröffentlichung buchen muss, von der Metadaten-Optimerung bis hin zum Versand von Rezensionsexemplaren. Die Services sind in Paketen gebündelt, die zwischen 199 Pfund (ISBN, Formatierung des Epub und Druck-PDF, fünf Belegexemplare) und 3399 Pfund (inkl. Manuskript-Begutachtung, Anzeigen-Gestaltung) kosten (hier die Übersicht).

Im Interview mit Publishing Perspectives erinnert der England-Chef von Type & Tell, Jon Watt, daran, dass Bonnier im Januar 2017 das Tochterunternehmen Bonnier Books Ventures gegründet hat, um gezielt neue Inhalte-Plattformen zu entwickeln, Type & Tell sei Teil zu dieser Initiative. Für Watt leistet der Dienst eine „großartige Demokratisierung des Verlagswesens“. Und, bemerkenswert für den Mitarbeiter eines klassischen Verlags: Es sei nicht die eigene Aufgabe zu entscheiden, was veröffentlicht werde und was nicht – das entscheide der Markt. 

Es habe nie eine bessere Zeit für Selfpublishing gegeben, dies gelte sowohl für etablierte als auch angehende Autoren. Die Qualität und die Preise des Digitaldrucks seien „dramatisch verbessert“ worden, die Bücher könnten inzwischen mit denen der traditionellen Verlage konkurrieren.

Im nächsten Schritt wolle man Übersetzungen und Hörbücher anbieten.

17. April 2017


blog comments powered by Disqus