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Autoren, Markt

Bilanz der Schreib- und Leseplattform

Ersten Sweek Spot erreicht

Die Mission ist nicht einfach: Sich gegen weltweite Überflieger wie Wattpad und finanzkräftige Neueinsteiger wie Oolipo (Bastei Lübbe) behaupten. Doch sieben Monate nach dem offiziellen Start ist die Lese- und Schreibplattform Sweek auf einem guten Weg, die Ziele zu erreichen.



 

Nach Angaben der niederländischen Betreiber von Sweek [sprich: swiːk] nutzen inzwischen 100.000 Menschen aus über 100 Ländern die in 12 Sprachen lokalisierte App und die Website – bei mehr als 1000 neuen Anmeldungen pro Tag. Das Gros des Wachstums komme u.a. aus Südamerika, Indien, Nordafrika und der Türkei. Nach Einschätzung von Marketingmanagerin Sabine van der Plas übersteigt das Wachstum deutlich die Erwartungen, in einem Jahr könne man bei mehr als 500.000 Usern liegen und „uns in naher Zukunft zu den Hauptanbietern auf dem Markt des mobilen Lesens und Schreibens zählen“ – was als Kampfansage an Wattpad & Co. verstanden werden kann.

Unter den Autoren seien angehende Schreiber und bereits etablierte Autoren; auch traditionelle Verlage hätten angefangen, auf Sweek nach neuen Talenten zu suchen: in Deutschland der Ravensburger Buchverlag, der Ende Februar einen Schreibwettbewerb auf Sweek startete, bei dem bis dato 110 junge Autoren Texte eingereicht haben. Weitere Wettbewerbe unterhält Sweek mit einer großen spanischen Schreibschule und einer brasilianischen Online-Lese-Community.

Die Nutzung der App (also Schreiben, Lesen) ist kostenlos. Monetarisiert wird der Dienst, indem Nutzer die auf die Plattform hochgeladenen Texte über Sweek Publishing als gedrucktes Buch veröffentlichen.

An inhaltlichen Trends nennen die Sweek-Macher Fortsetzungswerke und „Mikrofiktionen“ von 100 bis 250 Wörtern, die besonders beliebt unter Teenagern seien.

Hinter Sweek steht Mybestseller, Anbieter und Entwickler von Selfpublishingportalen (mit über 30.000 Autoren). Zu den Geldgebern des 15-köpfigen Teams in Rotterdam (Unternehmensentwicklung; die Programmierer sitzen in Oradea, Rumänien) gehört Joint Book Services. Mybesteller wurde in 2010 in Rotterdam gegründet. Neben dem eigenen Selfpublishing-Service meinbestseller.de bietet das Unternehmen anderen Verlagen und Buchhandlungen White-Label-Lösungen an, um selbst Selfpublishing zu betreiben (hierzulande etwa woll.meinbestseller.de des Regionalverlags Woll, auf Handelsseite Ravensbuch, Osiander, die Mayersche und Heymann mit Bookmundo, auch mit dem Deutschen Journalistenverband - vonjournalisten.de - kooperieren die Niederländer).

Die Gründerinnen: Veronika Kartovenko (li.) und Sabine van der Plas

16. Mai 2017


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