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Markt

Gerdt Fehrle von Louisoder

Die Leser interessiert es zunächst einmal nicht, ob ein gutes Buch in einem Konzernverlag oder bei einem „Indie“ erscheint. Insofern spielt es für uns vordergründig keine Rolle. Als Mitglied der Konterbande, einer Vertriebskooperation zum Teil großer Indie-Verlage, gehören wir aber dennoch zu einer kreativen, freigeistigen und wachen Szene, siehe beispielsweise die „Hotlist“, auf der wir 2016 mit unserem Bestseller „Eine überflüssige Frau“ ganz vorn mit draufstanden.

Wir identifizieren uns also schon mit dem, was der Begriff Indie aussagt. Ganz abgesehen davon, dass sicher keiner aus unserem Verlagsteam in einem der sogenannten „Konzernverlage“ würde arbeiten wollen. Aber ein Marketing- oder gar Kampfbegriff ist Indie für uns nicht. Ein Indie-Verlag ist ein Unternehmen, das über seine Geschicke selbst entscheidet: finanziell, personell, programmatisch. Eine tolle Sache also. Die größte Herausforderung der Indie-Verlage besteht darin, die Erfolgs- und Wachstumsversessenheit der Konzernverlage nicht zum Maßstab ihrer eigenen Erfolge zu machen. Indies sollten selbstbewusst auf ihre eigene Rolle im Verlagswesen achten: das Publizieren origineller, vielleicht auch schräger, immer aber qualitativ cooler Literatur, gern abseits des Mainstreams.

(c) privat

13. Juli 2017


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