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Markt

Leseverhalten und Leser haben sich verändert (5)

Beim Sachbuch müssen inhabergeführte Verlage ganz genau kalkulieren. Die Programmplanung ist u.a. durch VG-Wort-Rückzahlungen gefährdet. Hinzu kommen weitere Herausforderungen, zeigt eine buchreport-Umfrage. Heute: Nikolaus Gelpke, Geschäftsführer  des mare Verlags

(c) Mathias Botor

Wie stellt sich der Sachbuchmarkt aktuell dar?
Unserem Gefühl nach wird es zunehmend schwierig, ein Programm in seiner gesamten Breite durchzusetzen. Der Erfolg eines Titels kann leicht den Untergang eines anderen bedeuten; selbst bei nur ca. acht Titeln kann es durchaus passieren, dass ein oder zwei davon als Weglasstitel abgetan werden. Das ist hart. Die Chancen hingegen liegen darin, dass man sich als unabhängiger Verlag möglicherweise leichter mit einem speziellen Projekt bemerkbar machen kann – unser Buch „Rendezvous mit einem Oktopus“ von Sy Montgomery ist ein schönes Beispiel dafür. 

Wie können Sie die Titel unter erschwerten Marktbedingungen finanzieren?
Wie immer und überall ist Mischkalkulation das Zauberwort, das gilt heute genauso wie früher. Aber natürlich überlegt man heute genauer, welche Bücher man sich leistet. Der Vorteil inhabergeführter Verlage ist, dass wir schnell und unkompliziert Kosten einsparen können. 

Müssen Sie das Angebot zurückfahren? Müssen Autoren ihre Bücher (mit)finanzieren oder sinken die Honorare?
Tatsächlich haben wir unser Programmvolumen ein bisschen reduziert. Wir möchten uns lieber mit voller Kraft auf wenige Bücher konzentrieren. An den Honoraren hat sich nichts geändert. 

Auf welches Thema setzen Sie im Frühjahr?
Auf welches Thema setzen Sie im Frühjahr?
Im Frühjahr setzen wir noch einmal auf Tierintelligenz, diesmal die von Fischen. Jonathan Balcombe ist Verhaltensbiologe und der Fachmann für das Empfindungsvermögen von Fischen. Sein Buch „Was Fische wissen“ ist glänzend geschrieben und voller Überraschungen – ein würdiger Nachfolger von „Rendezvous mit einem Oktopus“. 


29. März 2018


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