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Markt

Leseverhalten und Leser - Ulrike Helmer, Verlegerin des Ulrike Helmer Verlags (7)

Weiter in der Reihe der buchreport-Umfrage geht es mit Ulrike Helmer, Verlegerin des Ulrike Helmer Verlags.

Wie stellt sich der Sachbuchmarkt aktuell dar?
Die Herausforderung liegt beim Handel, der bei uns besondere Bücher entdecken kann. Wenn er Ausschau hält und unsere Vertreter/innen empfängt. Gewinnen kann er damit an Attraktivität und sogar an Umsatz, beispielsweise Ende März am „Indiebookday“, den einige Buchhandlungen schon ihr „zweites Weihnachtsgeschäft“ nennen. Die Herausforderung liegt auch bei der Presse – in allen Medien dieselben „großen“ Namen, Entdeckungen werden kaum riskiert. Manchmal wünsche ich mir, der Sänger Adel Tawil würde für uns die Pressearbeit machen mit seinem Lied „Ist da jemand, ist da jemand?“. Vergangenen Herbst z.B. berichtete „Arte Metropolis“ über unsere Neuerscheinung „Wir sind nicht da, um zu verschwinden“, dessen preisgekrönte Pariser Autorin Olivia Rosenthal zu den Ehrengästen der Frankfurter Buchmesse zählte. Doch kein einschlägiges Feuilleton griff das Buch auf. 

Wie können Sie die Titel unter erschwerten Marktbedingungen finanzieren?
Trotz VG-Wort-Rückzahlungsdesaster verlegen wir so viele Titel wie vorher und präsentieren sie auch auf lokalen Buchmessen. Wo die Leute den Wanderzirkus dann staunend fragen, wieso diese tollen Bücher eigentlich nicht in ihrer örtlichen Buchhandlung liegen.

Auf welches Thema setzen Sie im Frühjahr?
Unser Sachbuch des Frühjahrs ist, anlässlich des bundesdeutschen Jubiläumsjahres, „100 Jahre Frauenwahlrecht“, herausgegeben von Isabel Rohner und Rebecca Beerheide – weil politisches Bewusstsein genährt werden muss, sonst verdörrt es. Frauenrechte wurden historisch nicht geschenkt, sondern sie wurden erkämpft. Menschenrechte müssen verteidigt und immer neu erläutert werden, damit sie bestehen und wachsen können. Auch die aktuelle Sexismusdebatte ist dazu ein wichtiger Schritt.
 

06. April 2018


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