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Markt, Autoren

Auszeichnung

K.-H. Zillmer-Verlegerpreis 2018 geht an die Edition Nautilus

Hamburger Verlegerkollektiv erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für verdienstvolles verlegerisches Handeln am 29. Oktober im Warburg-Haus in Hamburg

Der K.-H. Zillmer-Verlegerpreis 2018 für verdienstvolles verlegerisches Handeln geht an das Verlegerkollektiv der Hamburger Edition Nautilus. Mit der Auszeichnung ehrt die Karl-Heinz Zillmer-Stiftung unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung seit 1994 alle zwei Jahre Personen des literarischen Lebens, die sich durch besonders mutige und weitreichende Entscheidungen und großen persönlichen Einsatz um die Literatur verdient gemacht haben. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Karl-Heinz Zillmer-Stiftung wurde 1994 vom Hamburger Ingenieur Karl-Heinz Zillmer (1936–2013) gegründet, der sich so über seinen Tod hinaus für Literatur und deren Vermittlung in Hamburg einsetzt.

»Die Edition Nautilus ist der deutsche Verlag, der noch 2018 die Ideale von 1968 hochhält – und eben dadurch ewig jung zu bleiben scheint. Ein Kleinverlag, der sich in die großen Debatten einmischt, der Politik und Poesie versöhnt, der Verlag der britischen Feministin Laurie Penny, der Hamburger Rechtauf-Stadt-Aktivisten Niels Boeing und Christoph Twickel, des deutsch-türkischen Journalisten und Erdoğan-Kritikers Deniz Yücel, der Verlag auch der Schriftstellerin Isabel Fargo Cole, die mit ihrem DDRRoman ‚Die grüne Grenze’ 2018 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war.«, so die Jury und erläutert weiter: »Gegründet Mitte der Siebzigerjahre, verlegte Nautilus zunächst vor allem Subversives, Schriften der Dadaisten und Surrealisten, der Anarchisten und Situationisten. Büchermachen – das hieß bei Nautilus immer auch: den Willen zu haben, die Welt zu verändern, zu streiten, zu provozieren, zu kämpfen. Verlagsarbeit – das war auf der Nautilus immer auch: Aktivismus. Bis heute stehen die ‚Flugschriften’ für diesen Gründergeist des Verlags: gut gestaltete Gebrauchstexte, inhaltlich wie optisch durchschlagende Debattenbeiträge zu Themen wie #MeToo, dem G20-Gipfel und der Gentrifizierung. Seit diesem Jahr steuert ein Kollektiv die Nautilus: Mitgründerin Hanna Mittelstädt hat das Kommando an eine fünfköpfige Crew übergeben, darunter vier Frauen: Katharina Bünger, Katharina Florian, Franziska Otto, Katharina Picandet und Klaus Voß. Sie nehmen Kurs auf die Zukunft, den Blick zurück nach vorn.«

Die Jury setzt sich zusammen aus Tobias Becker (Der Spiegel), Dr. Antje Flemming (Behörde für Kultur und Medien), Lucy Fricke (Autorin), Prof. Dr. Rainer Moritz (Literaturhaus Hamburg), Birgit Politycki (Politycki & Partner) und Stephan Samtleben (Buchhandlung Samtleben).

Der 1974 von Hanna Mittelstädt, Lutz Schulenburg und Pierre Gallissaires gegründete Hamburger Verlag Edition Nautilus hat bisher rund 900 Titel publiziert, von denen heute rund 250 lieferbar sind. 2013 starb der Mitgründer Lutz Schulenburg. Nach einer Übergangsphase übergab Mitgründerin Hanna Mittelstädt Anfang 2018 die Leitung an Katharina Bünger, Katharina Florian, Franziska Otto, Katharina Picandet und Klaus Voß, die den Verlag seitdem als Kollektiv führen.

Die Preisverleihung des K.-H. Zillmer-Verlegerpreises 2018 findet am 29. Oktober 2018 um 19.00 Uhr im Warburg-Haus statt. Staatsrätin Jana Schiedek spricht ein Grußwort. Die Laudatio hält der Preisträger aus dem Jahr 2016, Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag Berlin. Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail an veranstaltungen@kulturstiftung-hh.de.



06. Juli 2018


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