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Autoren

Cornelia Funke verlässt US-Verlagshaus

Keine Lust auf Einflussnahme

Es ist seit jeher der Alptraum von Verlagen, wenn starke Autoren ihnen den Rücken kehren. Noch schlimmer, wenn die Autoren dies damit begründen, dass sie mit ihrem Verlag nicht zufrieden waren. So geschehen in den USA und Großbritannien mit Cornelia Funke und ihrem Verlag Little, Brown. Die Kinder- und Jugendbuchautorin hat kurzerhand ihren eigenen Verlag gegründet, der auf dem englischen und US-amerikanischen Markt agieren soll. 

Opens external link in new windowWie „Publishers Weekly“ berichtet, ist Funkes Verlag Breathing Books eine Art Joint Venture mit dem Multimedia-Studio Mirada  (Los Angeles).

Gezofft hat sich Funke mit Little, Brown (gehört zu Hachette) demnach primär wegen des ersten Kapitels von „The Golden Yarn“ (Teil 3 der Reihe), in dem Funke eine Geburtsszene beschreibt, die  dem Verlag zu „drastisch für unser Publikum“ war. Auch das offene Ende des Romans habe Little, Brown nicht gefallen. 

In den vergangenen Jahren habe es außerdem einen Dissens zur Einstufung der Funke-Romane gegeben: Der Verlag habe diese bei Lesern im Alter von 9 bis 12 Jahren gesehen, Funke über 14 Jahren. Nach Diskussionen mit ihren Agenten Andrew Nurnberg und Oliver Latsch habe sich Funke zur Selbständigkeit entschlossen und die Rechte von Little, Brown an der „Mirrorworld“-Serie zurückgekauft (von der der Verlag immerhin 150.000 Exemplare in den USA verkauft hat).

Funke hat auch darüber nachgedacht, mit Amazons Selfpublishing-Programm KDP zu kooperieren, doch ihre Dankbarkeit gegenüber den Indie-Buchhändlern habe sie davon abgebracht.

Bei Breathing Books soll „The Golden Yarn“ im November mit neuem Cover und Titel erscheinen. Insgesamt sollen 2 bis 4 Titel pro Jahr herausgebracht werden. Ebenfalls auf der Agenda: Eine Buch-Version der „Mirrorworld“-App, die Funke 2013 mit Mirada Studios herausgebracht hatte, mit Illustrationen und Kurzgeschichten.

16. September 2015


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