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Hat Romanautorin Katja Piel abgeschrieben?

Umstrittene Fingerübung

Die Buchwelt hat womöglich einen neuen Plagiats-Fall. Die Selfpublisherin Katja Piel hat eingeräumt, bei ihrem gerade erst veröffentlichten Buch „Alles begann mit dir“ möglicherweise abgeschrieben zu haben. Buchstäblich.

Nachdem der Vorwurf zunächst offenbar in einer Rezension auf Amazon  erhoben (s. Screenshot) und auf Twitter erwähnt wurde, hat Piel (Foto) auf Facebook Stellung bezogen. Ihre Geschichte:

„Ich wünschte, ich könnte euch an dieser Stelle sagen, dass dieses Gerücht eine Lüge ist, doch ich kann es nicht, denn ich weiß es einfach nicht. ,Alles begann mit dir’ war ein Manuskript, das ich in alten Unterlagen von mir gefunden habe. Damals habe ich viel geschrieben, eigentlich nur für mich. Da ich einen Schreibmaschinenkurs belegt habe, tippte ich als Fingerübung auch manchmal Geschichten aus kleinen Romanheftchen ab. Das ist etwa 30 Jahre her. Ehrlich gesagt weiß ich heute nicht mehr, welche Geschichte jetzt originär meine und welche eine Tippübung war. Beim Durchsehen meiner alten Manuskripte habe ich mich prompt in dieses verliebt und wollte es rausbringen. Dank meiner ,Schlampigkeit’ hatte ich die Dateien nicht richtig beschriftet und unglücklicherweise eine Geschichte reaktiviert, die mutmaßlich nicht meine war. Nachdem mich eine Leserin darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ihr die Geschichte bekannt vorkommt, habe ich sie direkt gelöscht. Sicher weiß ich nicht, ob ,Alles begann mit dir’ nun von der Idee her meins ist, oder ob ich ein Manuskript überarbeitet habe, das abgeschrieben war. Ich will niemandem Schaden zufügen, darum habe ich es gelöscht. Es war ein riesen Fehler von mir, es nicht besser zu überprüfen, aber ich kann es nicht rückgängig machen.“

In der anschließenden Facebook-Diskussion ist das Feedback gemischt, reicht von „Kann ich nachvollziehen“ und Hochachtung bis hin zu: „Eine Fingerübung, so so, und gleich noch die Namen beim Abtippen geändert vor dreißig Jahren (…). Zufälle gibt es. Alles klar!“ Kritisch äußern sich auch die Bestseller-Autorinnen Marah Woolf („Liebe Katja, leider bringt so ein "Fehler" eine ganze Autorengemeinde in Verruf. Ich finde es toll, dass Du das heute hier öffentlich machst“) und Emily Bold („Liebe Katja, du weißt, dass ich dich als Kollegin sehr schätze. Ich kenne dich schon sehr lange und ich muss sagen, dass mich diese Erklärung echt schockiert. Glaubhaft finde ich sie nicht“).

Foto: Autorin

15. Januar 2016


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