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Autoren

Serie Junge Selfpublisher: Sabine Steger

„Viereinhalb Jahre Arbeit und Leidenschaft“

Das Selfpublishing-Segment wird zunehmend durch junge Autoren bespielt – allein der Blick auf die kanadische Lese- und Schreibplattform Wattpad zeigt dies. Wie definiert der Nachwuchs die eigene Rolle, wo sieht er sich in der Zukunft? In den kommenden Wochen stellt Indie Publishing junge Autoren vor. 1.: Sabine Steger.


Sabine Steger (18), „Lúnlight – Die Chroniken von Leyan“ (Tredition) 

Meine Schreibmotivation

Die Motivation zum Schreiben finde ich hauptsächlich in mir selbst. Das Schreiben ist für mich verbunden mit dem Abtauchen in eine fremde Welt – was man bei meinem zweiten Fantasy-Roman „Lúnlight“ auch wörtlich nehmen darf –, die während des Schreibprozesses nur mir gehört. Es ist fast schon ein klein wenig Meditation, eine Auszeit vom oftmals stressigen Alltag. Es ist diese ganz besondere Magie der Worte, die sicherlich jeder Buchliebhaber nachvollziehen kann, die mich in ihren Bann zieht und glücklich macht. 

Die Idee für meinen zweiten Roman „Lúnlight“ basiert auf einem Traum aus der dritten Klasse. Diesen habe ich seither immer mal wieder in Gedanken weitergesponnen, bis schließlich eine komplexe Geschichte entstanden ist, die in einer noch komplexeren Welt mit eigener Sprache (namens Canej), Kultur, einem eigenen Glauben und eigenen Bräuchen spielt. Manchmal motiviert mich aber auch irgendein Erlebnis im Alltag, eine bestimmte Situation zum Schreiben.

 

Mein Weg ins Selfpublishing

Für deutsche Jungautoren ohne bekannten Namen ist es schwierig, von einem „großen“ Verlag angenommen zu werden. Oftmals sind die Kontingente bereits bis auf 5 Jahre besetzt, der Verlag greift lieber auf seine festen Autoren zurück oder aber es werden Übersetzungen von amerikanischen Bestsellern veröffentlicht, was für den Verlag natürlich rentabler ist als das Veröffentlichen einer noch vollkommen unbekannten Geschichte. So kam es, dass ich nur Absagen mit oben angeführten Begründungen oder eben gar keine Antwort erhielt. Dennoch wollte ich meinem Traum, „Lúnlight“ zu veröffentlichen, nicht so einfach aufgeben. Immerhin steckten viereinhalb Jahre Arbeit und Leidenschaft dahinter, eine Geschichte, die gehört werden wollte. Übers Internet bin ich schließlich auf Tredition gestoßen und habe die Geschichte dort in drei Formaten (Paperback, Hardcover und E-Book) veröffentlicht.

 

Mein bislang bestverkauftes Buch

Hierbei handelt es sich um meine zweite Geschichte, den Fantasy/Young Adult-Roman „Lúnlight – Die Chroniken von Leyan“. Anhand von Reaktionen aus meinem Umfeld kann ich zum Glück sagen, dass er bei den Lesern gut ankommt. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die Geschichte auch in ein Musiktheaterstück für Schulen umgewandelt werden. Man darf also auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

 

Mein Marketing

Bei „Lúnlight“ hatte ich unglaubliches Glück, auf so viel Interesse von verschiedenen Seiten zu stoßen. Neben Berichten und einem Interview in der Zeitung wurde ich sogar in das Studio des Radiosenders „Gong“ eingeladen und der lokale Fernsehsender hat gleich drei Beiträge über mich verfasst: Einmal wurde die Schreibarbeit mit einem anschließenden Kurzinterview bei mir zu Hause gefilmt, dann wurde ich im Anschluss zu einem fast 25- minütigen Interview für die Rubrik „Menschen“ geladen. Bei einer meiner Lesungen im Konstitutionssaal bei Gaibach waren sogar Zeitung, Funk und Fernsehen auf einmal vertreten. Dann versuche ich natürlich auch über Lesungen mit Interessierten in Verbindung zu treten oder führe eine eigene Autorenseite auf Facebook.

 

Was mein Dienstleister für mich tut

Der Verlag Tredition hat mich speziell mit seinem Angebot gelockt, das Buch in drei Formaten zu veröffentlichen. Auch gefällt mir die freundliche, kompetente und vor allem individuelle Unterstützung – bei einem größeren Verlag wäre dies vielleicht nicht auf einer solchen Basis möglich gewesen. Vorteilhaft finde ich auch die Tatsache, dass der Verlag viele Freiheiten in Bezug auf die Gestaltung des Innenteils und des Covers lässt. Natürlich bedeutet dies für einen Autor auch ein erhebliches Maß an Mehrarbeit – es steckt letztendlich im fertigen Buch noch so viel mehr als „nur“ die geschriebene Geschichte. Außerdem bietet der Verlag ein hochwertiges Flyer-Paket zum eigenen Buch an, welches ich bereits zweimal (à 500 Stück) in Anspruch genommen habe. Des Weiteren erscheint die Verlagsseite nun auch auf Englisch, um den amerikanischen beziehungsweise englischen Markt ebenfalls zu erreichen.

 

Gedruckt oder digital?

In meinem Fall beides! Tredition bietet die Möglichkeit zur Veröffentlichung in drei Formaten. Ich habe mich für alle drei entschieden, um möglichst vielen Geschmäckern gerecht zu werden. Mein persönlicher Favorit ist jedoch die Hardcover-Version mit Lesebändchen.

 

Schreiben in Zukunft: Hauptberuf oder Hobby?

Zunächst bin ich der Meinung, dass man es sich als Autor nicht aussuchen kann, dem Schreiben als einer hauptberuflichen Tätigkeit nachzugehen. Dies hängt schließlich auch vom Bucherfolg und den damit verbundenen Einnahmen ab. Ich persönlich möchte auf jeden Fall beim Hobby bleiben – das Schreiben ist und bleibt Entspannung für mich, etwas gänzlich Freiwilliges ohne Druck von außen. So versuche ich mir selbst zu garantieren, dass mir der Umgang mit solch vielen Worten auch in den kommenden Jahren noch Spaß macht.

 

 

14. Dezember 2016


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