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REZENSIERT Gorillawood: Das große Buch der Hollywood-Gorillas (Autor: Ingo Strecker)

Wer sind die Männer hinter den Masken?

Acht Jahre verbrachte Autor Ingo Strecker, der selbst schon einmal den Gorilla mimte, damit, Filme aus den Jahren 1927 bis 1967 zu sichten. Er sah sich unzählige Horror- und Abenteuerfilme, Dramen und Komödien an, nur um den Männern auf die Spur zu kommen, die sich hinter den Masken der Menschenaffen befanden. Er sammelte und recherchierte, setzte sich mit Nachkommen der Gorilladarsteller in Kontakt und stellte ein umfassendes Nachschlagewerk zusammen, das er im März 2017 bei tredition veröffentlichte.


Im Anschluss an das von Spezialeffekt-Künstler und Maskenbildner Chris Walas verfasste Vorwort und eine kurze Einleitung berichtet Strecker im ersten Kapitel von ersten Gorillasichtungen in Hollywoodproduktionen und der Entwicklung, die sich seither nachzeichnen lässt. Waren die Affenkostüme in Serien wie „Perils and Pauline“ noch eher einfach bis dilettantisch, machten sich Firmen und einzelne Kostümbilder, Techniker, Make-up-Künstler sowie Darsteller später daran, die Verkleidungen zu perfektionieren. Heute sind diese Kostüme und Masken obsolet. Damals jedoch war der Erfolg der Gorillas auf der Leinwand nicht nur einem hervorragend gearbeiteten Kostüm, sondern vor allem auch der schauspielerischen Leistung der Männer hinter den Masken geschuldet. Sechs dieser Darsteller widmet sich Strecker in den folgenden Kapiteln und liefert nicht nur vollständige Filmografien, sondern auch interessante Details aus dem Leben der heimlichen Helden.

Mit Gorillawood rückt Ingo Strecker die scheinbar unsichtbaren Protagonisten in den Vordergrund und vermittelt anhand von Texten und zahlreichen Filmstills, Plakaten und privaten Aufnahmen die Geschichte dieser Männer, die freiwillig auf Ruhm und Ehre verzichteten. Neben Charles Gemora, der seine Kostüme für Filme wie „The Leopard Lady“, aber auch Gorillahüllen für andere Darsteller und Produktionen wie „King of the Kongo“ anfertigte, widmet Strecker auch Ray Corrigan, Emil van Horn, Steve Colvert, Art Miles und George D. Barrows je zwei Kapitel. Der Autor vervollständigt das interessante Nachschlagewerk durch ein Kapitel über weitere Darsteller und Filme sowie eine umfangreiche Liste mit Veröffentlichungen von Gorilla-Filmen auf DVD und BlueRay und detailliert aufgeführte Quellenangaben.

Für Genrekenner, aber auch Liebhaber alter Tarzan-Filme, ist „Gorillawood“ ein unverzichtbares Kompendium. Die Beschäftigung mit dem Buch macht großen Spaß und inspiriert dazu, sich den einen oder anderen Film noch einmal anzusehen und das Augenmerk verstärkt auf die Männer hinter den Masken zu richten.

Ingo Strecker: Gorillawood: Das große Buch der Hollywood-Gorillas, 516 Seiten, 34,80 € (Paperback, auch als Hardcover oder E-Book erhältlich), tredition, ISBN: 978-3-7345-9709-1

Renata Britvec

19. Juni 2017


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