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Markt

Tolino Media senkt Honoraranteil bei niedrigpreisigen Büchern

„Mut bei der Preisgestaltung“

Die Preis-Schere zwischen Selfpublishing- und Verlagstiteln ist seit Jahren riesig. Während Verlage sich beim Pricing von E-Books oft an der gedruckten Ausgabe orientieren, setzen viele Indie-Autoren ihre Preise radikal weit unten an. Das wird inzwischen auch kritisch hinterfragt, so am vergangenen Wochenende von Poppy J. Anderson. Jetzt ändert Tolino Media sein Konditionenmodell entsprechend.


Bei Titeln die unter 2,99 Euro schüttete Tolino bislang 70% an die Autoren aus. Der Honoraranteil sinkt zum 1. Juli 2016 auf 40%. Man wolle die Autoren „dazu anregen, mutiger in ihrer Preisgestaltung zu sein und über die 2,99-Euro-Grenze zu gehen“, begründet Jördis B. Schulz, Director Tolino Publishing, den Schritt. Hinzu komme, dass die anfallenden Kosten der Buchhändler (darunter Downloadkosten und die Paymentgebühren für den Verkauf von E-Books) unterhalb der 2,99-Euro-Grenze so hoch seien, „dass wir da nicht länger drauf zahlen können“.

Zum Vergleich: Amazon zahlt bei Titeln unter 2,99 Euro 35% Honorar an Autoren aus.

Ebenfalls zum 1. Juli – also ein Jahr nach Einführung des Selfpublishing-Angebots – wird der Mehrwertsteuerbetrag bei den Autorenrechnungen von aktuell 7% auf 19% erhöht. Hintergrund: „Das erste Jahr hat gezeigt, dass sich die Auslegungen der Finanzämter zum Teil unterscheiden. Da wir wollen, dass unsere Autoren auf der sichereren Seite sind, ändern wir unsere Rechnungen ab dem 1.7.2016,“, so Jördis Beatrix Schulz. Für die Autoren sei dies nur ein Durchreichposten, sie müssten selbst nichts unternehmen. 

07. Juni 2016


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