powerded by www.buchreport.de
Markt

Jördis Beatrix Schulz (Tolino Publishing) über das neue Konditionenmodell für Selfpublisher

„Wir wollen die Preisspirale nach unten nicht weiter unterstützen“

Tolino Media ändert sein Konditionenmodell bei niedrigpreisigen Büchern. Zu den Hintergründen äußert sich Jördis Beatrix Schulz, Director Tolino Publishing, im Interview.


Die Preisschere zwischen SP-Titeln und Verlagstiteln ist in den letzten Jahren immer größer geworden? Warum ist dies problematisch? 

Jördis Beatrix Schulz: Die Preisschere ist größer geworden, weil dies vom Wettbewerb stark gefördert wurde. Die Sichtbarkeit entsteht hier durch Verkäufe, die über Preisaktionen generiert wurden. Die Preisspirale nach unten wollen wir nicht weiter unterstützen. Gute Bücher sollten der Qualität entsprechen zu einem angemessenen Preis angeboten werden. Darüber hinaus sollte man auch die gute Arbeit von Grafikern, Lektoren, Herstellern etc. bedenken.

War es rückblickend ein Fehler, auf 70% Honoraranteil für Autoren zu gehen? 

Nein, auf keinen Fall. Wir stehen zu den 70% auch weiterhin, die Kosten der Buchhändler und die Marktsituation hat uns zu der Entscheidung gebracht, diese ab 2,98 Euro zu senken. 

Welche Preispunkte schweben Ihnen vor, die der Selfpublisher mutig anstreben sollte? 

Das kommt darauf an, welche Qualität und welchen Umfang das Buch hat. Aber eine Preisgestaltung zwischen 4,99 und 6,99 Euro sollte bei einem qualitativ guten E-Book mit 200 bis 400 Seiten eindeutig möglich sein. 

Mit welchen Argumenten gegenüber Autoren stellen Sie sich mit Blick auf das mächtige Kindle Direct Publishing von Amazon auf?

Die Tolino-Allianz betreibt die größten E-Commerce-Shops des deutschen Buchhandels, und was diese Shops mit gutem Marketing für und mit den Autoren erreichen können, haben die letzten Monate ja gezeigt. 

07. Juni 2016


blog comments powered by Disqus