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Markt

Books on Demand und Sven Fund starten „Publiqation“

Akademisches Selfpublishing – das nächste große Ding?

Der Markt für akademisches Selfpublishing ist stark in Bewegung. Kürzlich hat der US-Selfpublishing-Pionier Lulu das Angebot „Glasstree“ gelauncht. Readbox hat das Akademie-Geschäft des insolventen Verlagshauses Monsenstein & Vannerdat übernommen. Und in dieser Woche weitet Books on Demand seine Aktivitäten mit „Publiqation“ aus.



Zur Konferenz APE in dieser Woche, die wissenschaftliches Publizieren thematisiert, startet BoD ein Selfpublishing-Angebot, mit dem sich wissenschaftliche Institutionen eigenverlegerisch auf den Weg machen können:  

  • Zielgruppe der international ausgerichteten Plattform sind primär Universitäten, Bibliotheken und andere wissenschaftliche Institute, die z.B. mit der eigenen Marke als Verlag auftreten oder eigene Reihen herausgeben wollen. Dissertationen und Habilitationschriften sollen jedoch weiterhin über den BoD-Kanal zugänglich gemacht werden.
  • Publiqation umfasst drei verschiedene Leistungspakete zwischen 490 und 2990 Euro, mit Modulen wie Printbuch und E-Book, Open Access-Option, Plagiatscheck und Cover- und Satz-Dienstleistungen. Eine Listung im Buchhandel, ein erweiterter Vertrieb über die Bibliothekskataloge und die Vergabe von Digital Object Identifier (DOI) sind ebenfalls inbegriffen (hier die Details).
  • BoD kooperiert mit Partnern wie CrossRef, OAPEN, dem Online Computer Library Center (OCLC) und Portico.

Publiqation ist die (veränderte) Neuauflage eines früheren Projekts mit neuen Partnern: 2014 startete der Verlagsmanager Sven Fund mit seinem damaligen Verlag De Gruyter und dem niederländischen Dienstleister Mybestseller ebenfalls eine akademische SP-Plattform, die sich allerdings primär an wissenschaftliche Autoren statt Institutionen richtete. Kurz nach dem Start wurde „Publoris“ vom Verlag allerdings vom Netz genommen; der damalige Geschäftsführer Fund schied zeitgleich aus. Funds Beratungsfirma Fullstopp unterstützt BoD jetzt beim neuen Projekt Publiqation.

Auf dem internationalen Spielfeld treffen BoD/Fullstopp auf Glasstree, dem neuen Projekt des US-Selfpublishing-Pioniers Lulu, das sich allerdings primär an wissenschaftliche Autoren richtet. Laut Glasstree ist das Modell traditioneller wissenschaftlicher Verlage „kaputt“, diese verlangten z.B. horrende Preise von Kunden und Autoren (für Open-Access-Dienste). Daniel Berze, Senior Vice President bei Glasstree, versichert entsprechend, dass akademisches Selfpublishing das nächste große Ding sei: „I anticipate that after open access, the next biggest surge that academic publishing will witness is 'independent publishing' (otherwise known as 'self-publishing‘). If academics are financing the content and creating it, why shouldn’t they control pricing, determine and benefit by a division of profits that is skewed in their direction, and receive the resulting status which their work might generate? This is the future we are preparing for.“

Hierzulande hat sich das Umfeld durch die Übernahme des Akademie-Geschäfts von Monsenstein und Vannerdat durch den Digitaldienstleister Readbox verändert (hier mehr). Unter dem Signet „readbox uni-press“ sollen die wissenschaftlichen Publikationsdienstleistungen für zuletzt 25 Hochschulen ausgebaut werden. Dazu soll die Readbox-Verlagssoftware auf Hochschulkunden zugeschnitten werden, um einen hohen Automatisierungsgrad und transparentes Projektmanagement zu ermöglichen.

18. Januar 2017


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