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Markt

„Handelsblatt“ kritisiert Selfpublishing-Dienstleister

Plattformen für Fake News?

„Lügen wie gedruckt“, unter dieser Überschrift widmet sich das „Handelsblatt“ groß und breit (auf zwei Seiten, Ausgabe vom 7. Februar 2017) dem Thema Selfpublishing. Der Tenor: Die verschiedenen Dienstleister bieten Fake News zu großen Raum.


Zwar seien Pornografie und Gewalt tabu – nicht aber Titel wie der antisemitische Roman „Raubland“ von Helmut Richard Goetting (über Amazons Createspace publiziert und aktuell z.B. bei der britischen Amazon-Dependance erhältlich), das antisemitische Geschichtsbuch „Höllensturm: Die Vernichtung Deutschlands, 1944-1947“ von Thomas Goodrich (Createspace, auch bei Amazon in Deutschland verfügbar) oder die Verschwörungstheorie „Angela Merkel: Hitler's Daughter“ von Karen Adrien Osbey Atkins (bei Bookrix erschienen und verfügbar).

Vor diesem Hintergrund kritisiert das „HB“ die Kontrollmechanismen der Dienstleister, die hauptsächlich auf Selbstregulierung setzten – wenn Nutzer auf strafrechtlich relevante oder gegen gute Sitten verstoßende Inhalte melden, wird man tätig. Dies sei rechtlich sauber, führe aber dazu, dass sich eine „kommunikative Infrastruktur der Rechten“ formiere, zitiert das Blatt die Jugendmedienschutz-Expertin Petra Pfannes.

Tredition und Books on Demand betonen gegenüber dem „HB“, dass schon vor der Veröffentlichung inhaltlich geprüft und im Zweifel von einer Publikation abgesehen werde.

Der „HB“-Artikel kann hier gekauft werden.  

Update: Inzwischen haben Dienstleister (Tredition, Books on Demand) und der Selfpublishing-Verband auf Anfrage von Indie Publishing den „HB“-Artikel kommentiert. Amazon selbst will sich nicht äußern. Auf der Webseite von KDP sind die „Regeln“ aber eindeutig formuliert.

Dort heißt es beispielsweise zum Thema Pornografie: „We don't accept pornography or offensive depictions of graphic sexual acts.“

Und zu illegalen Inhalten: „We take violations of laws and proprietary rights very seriously. It is your responsibility to ensure that your content doesn't violate laws or copyright, trademark, privacy, publicity, or other rights.  Just because content is freely available does not mean you are free to copy and sell it.“ 

08. Februar 2017


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